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ÖPNV-KniggeUpdate für ÖPNV-Profis  

Volle Bahnsteige, Warteschlangen an Bushaltestellen: „Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) in Deutschland bleibt ein Wachstumsmarkt,“ so eine aktuelle Einschätzung des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen. Allein im ersten Halbjahr 2013 waren 4,9 Milliarden Fahrgäste mit Bussen und Bahnen unterwegs, 0,5 % mehr als im Vorjahreszeitraum.

Eine positive Entwicklung – das findet auch Knigge-Expertin Tessa Becker von der „Knigge – Gesellschaft für Moderne Umgangsformen“. Allerdings kennt sie aus ihren Seminaren und Veranstaltungen auch die andere Seite: „Geschiebe und Geschubse in Bussen & Bahnen – das ist viel menschliche Nähe, die nicht jeder mag!“ Es ist eng, Handys klingeln, der Nachbar hört lautstark Musik. Dazu der ein oder andere Geruch, der als weitere Belästigung empfunden wird. 

Damit die Fahrt mit öffentlichen Nahverkehrsmitteln nicht zum Alptraum wird, hat die Kniggetrainerin zehn Empfehlungen zusammengestellt.

 

Ein- und Ausstieg: Zuerst alle Fahrgäste aussteigen zu lassen! Dann sind wartende Frauen mit Kinderwagen sowie ältere Menschen an der Reihe – falls erforderlich bitte beim Einsteigen behilflich sein.

Vergabe des Sitzplatzes: Die Reise nach Jerusalem gehört auf Kindergeburtstage und nicht in Busse oder Bahnen. Hier räumen jüngere Menschen für ältere Fahrgäste, Schwangere oder Personen mit Beeinträchtigungen ihren Sitzplatz. Gegebenenfalls bitten Sie den jüngsten Mitfahrer in Ihrer Umgebung höflich darum, seinen Platz frei zu machen.

Nachbarsitz vereinnahmen: Sind Bus oder Bahn nur spärlich besetzt, darf ich meine Tasche auf den leeren Nachbarsitz stellen. Sobald ein anderer Fahrgast diesen Platz haben möchte, muss er zügig frei gemacht werden.

Körperhygiene: Gerade im Sommer ein ganz heißes Thema. Da es sich nicht vermeiden lässt, in öffentlichen Verkehrsmitteln anderen sehr nah zu kommen, auf keinen Fall „verschmutzt“ und übel riechend unterwegs sein.

Fenster öffnen: Eine höfliche Nachfrage beim Sitznachbarn ist angebracht. Bleiben Sie immer freundlich, auch wenn Sie sich eigentlich beschweren möchten.

Rucksack im Gedränge: Der Mitfahrer mit dem riesigen Rucksack auf der Schulter – das ist eine echte Rücksichtslosigkeit. Und die Lösung so einfach: Rucksack abnehmen und vor sich auf den Boden stellen. Das ist gleichzeitig auch der perfekte Schutz vor Taschendieben.

Fahrradmitnahme: Mit dem Fahrrad immer nur an den extra gekennzeichneten Türen einsteigen.

Tobende Kinder: Bus und Bahn sind kein Spielplatz, sprechen Sie die Mütter höflich an. Rennende Kinder nerven nicht nur die Mitfahrenden, es besteht zugleich eine große Unfallgefahr.

Laute Musik: Unbedingt Kopfhörer benutzen, damit nur Sie beschallt werden und nicht alle Mitreisenden. Am besten vorab Zuhause einen Testlauf durchführen und checken, ab welcher Lautstärke sich Umstehende gestört fühlen.

Telefonate: Es mag sein, dass es Gespräche gibt, die nicht aufschiebbar sind. Aber es ist auf keinen Fall nötig, nach jeder Station eine Statusmeldung abzugeben – und das in einer Lautstärke, die für jeden Mitreisenden unerträglich ist. Telefonieren Sie erst, wenn Sie Bahn oder Bus verlassen haben!

 

Foto: Rainer Sturm / pixelio.de