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Knigge für HundehalterSicher haben Sie diese Standardaussagen von Hundehaltern auch schon einmal gehört: „Der tut nichts“ und wenn er doch einen Passanten anbellt oder schlimmer noch anspringt „das hat er noch nie gemacht“.

Ob groß oder klein, Rassehund oder Promenadenmischung, ob Wachhund oder Schoßhund – die Vierbeiner erfreuen sich als treue Begleiter der Menschen großer Beliebtheit. Dennoch kommt es immer wieder zu unliebsamen Begegnungen und Konflikten zwischen Hundehaltern und Joggern, Spaziergängern und Radfahrern. Oder auch zwischen zwei Hundehaltern.

Es gibt nun mal Leute, die warum auch immer keinen Hund haben. Und manche haben sogar aus unterschiedlichsten Gründen Angst vor ihnen. Und wer kennt nicht das „unbeschreibliche“ Gefühl, im Freien in eine weiche, übel riechende Masse zu treten. Erste Versuche, das Malheur mit kräftigem Abreiben im Gras zu beseitigen, bringen nur bedingt Erfolg. Stellen Sie sich vor, Sie haben eine Verabredung in einem Restaurant. Das können Sie vergessen, denn Ihre „Duftwolke“ würde wirklich alle anderen Restaurantbesucher vertreiben. Da dürfen Sie erst einmal nach Hause gehen und die Schuhe wechseln.

Rücksichtnahme und selbstverständliche Verhaltensweisen sorgen für ein entspanntes Miteinander Mensch - Hund
Das Miteinander von Hunde- und Nichthundehaltern sollte von Rücksicht, Höflichkeit und Toleranz geprägt sein. Leider wird das von beiden Seiten immer wieder vergessen. Um Streitereien und gegenseitige Beschimpfungen zu vermeiden, hier alle wichtigen Richtlinien für ein komplikationsfreies Miteinander.

  • Besteht in bestimmten Gebieten eine Anleinpflicht, sollte diese auch eingehalten werden.
  • Bittet Sie jemand, Ihren Hund anzuleinen, respektieren Sie bitte diesen Wunsch.
  • Viele Menschen haben Angst, erschrecken oder mögen keine Hunde. Wenn ein Hund bellend auf sie zuläuft, geraten sie wohlmöglich in Panik. Es wirkt hier nicht besonders beruhigend, wenn Sie diesen Personen zurufen "Der macht nichts". Hier gilt es Rücksicht zu nehmen. Nur Sie wissen, dass Ihr Hund ganz friedlich ist und wann er gefährlich wird. Führen Sie Ihren Hund bei Begegnungen mit Spaziergängern, Fahrradfahrern, Joggern usw. auf deren abgewandten Seite an der Leine oder lassen ihn abliegen oder sitzen, bis die Begegnung vorüber ist.
  • Kein Hund sollte ohne direkten Kontakt zu seinem Besitzer an anderen Menschen vorbeilaufen. Oft befindet sich der Besitzer in großer Entfernung zum Hund und kann nicht eingreifen, wenn notwendig. Verständlicherweise mag nicht jeder Mensch es, wenn er beschnuppert oder gar angesprungen wird. Sollte es zu einer unbeabsichtigten Begegnung zwischen Ihrem Hund und einem Passanten kommen, ist eine freundliche Entschuldigung angebracht.
  • Besondere Rücksicht gilt Begegnungen mit Kindern, Behinderten und alten Menschen. Diese sind besonders schutzlos und leicht zu ängstigen. Nicht jedes Kind ist den Umgang mit Hunden gewohnt. Lassen Sie Ihren Hund im Beisein von Kindern nie unbeaufsichtigt.
  • Führen Sie Ihren Hund in Fußgängerzonen, Siedlungsgebieten, Parks, Grünanlagen und Tiergehegen, auf Friedhöfen, Sportanlagen, Zelt- und Campingplätzen, in Naturschutz-gebieten und entlang befahrener Straßen immer an der Leine.
  • Lassen Sie Ihren Hund erst frei laufen, wenn Sie ihn zuverlässig abrufen können. Während des Freilaufes behalten Sie Ihren Hund stets im Blick.
  • Lassen Sie Ihren Hund nicht durch fremde Gärten oder landwirtschaftlich bestellte Flächen laufen oder gar dort buddeln.
  • Achten Sie ebenfalls darauf, dass Ihr Hund nicht an fremde Gegenstände pinkelt bzw. markiert.
  • Durch Ihren Hund sollte sich niemand belästigt oder gar bedroht fühle. "Begrüßungen", oder das Schütteln Ihres nassen Hundes in der Nähe von fremden Personen sollten Sie vermeiden.
  • Das „Gassiführen“ per Auto – der Hundehalter fährt voraus und lässt seinen Hund hinterher hecheln – ist unmöglich. Zum einen ist das Tierquälerei, zum anderen hat der Hundehalter auf diese Art und Weise überhaupt keinen Einfluss auf seinen Hund und kann im Ernstfall nicht schnell genug eingreifen.
  • Können wir von uns behaupten, dass wir jeden Menschen, den wir treffen, sofort mögen und uns mit ihm unterhalten wollen? Nein. Hunden geht es genau so. Deshalb lassen Sie Ihren Hund nicht einfach auf fremde Hunde zulaufen.
  • Begegnen Sie einem Hundehalter, der seinen Hund an der Leine oder an seiner Seite führt, nehmen auch Sie Ihren Hund sofort und unaufgefordert an die Leine. Vor allem bei Hundebegegnungen brauchen Hunde Gelegenheit zum "Ausweichen". An der kurzen Leine, haben sie dazu keine Chance!
  • Unterbinden Sie Jagd- und Hetzverhalten bei Ihrem Hund und führen sie Ihren Hund in wildreichen Gebieten an der Leine oder Schleppleine. Das Hetzen von anderen Tieren – auch Hunden und Katzen sowie von Joggern, Skatern, Spaziergängern, Reitern und Fahrradfahrern ist tabu.
  • Wenn Sie Ihren Hund mit ins Restaurant nehmen, unterbinden Sie das Betteln. Selbstverständlich ist auch das Füttern am Tisch nicht erlaubt. Sorgen Sie außerdem dafür, dass Ihr Hund nicht im Weg liegt und zur Stolperfalle für andere Gäste und das Personal wird.

Hundehalterknigge

  • Führen Sie stets einen Kotbeutel für die Hinterlassenschaften Ihres Hundes mit sich und entsorgen Sie diese in einem Abfallbehälter. Inzwischen halten viele Gemeinden sogar spezielle Hundestationen mit Gratiskotbeuteln und Abfallbehälter vor, sodass die Beseitigung der Hundehaufen wirklich sehr einfach ist.
  • Respektieren Sie als Fahrradfahrer, Jogger, Spaziergänger etc. den Individualabstand des Hundes. Ein bedrängter Hund an der Leine hat keine Möglichkeit auszuweichen. Dies kann Aggressionen auslösen.
  • Wenn Sie als Jogger unterwegs sind und ein Hund auf Sie zukommt, verlangsamen Sie das Tempo. Ein schnelles Weiterlaufen fasst der und als Bedrohung auf. Starren Sie ihn auf keinen Fall an. Auch das wirkt auf den Hund bedrohlich.
  • Nicht jeder Hund mag angefasst werden und nicht jeder Hundebesitzer mag es, wenn sein Hund von anderen Leuten gefüttert wird. Deshalb fragen Sie um Erlaubnis, bevor Sie oder Ihre Kinder einen fremden Hund anfassen oder füttern.

Viel Spaß mit Ihren Vierbeinern!

 

 

Fotos von oben nach unten: Jewgenia Stasiok / pixelio.de, Peter Röhl / pixelio.de